Welchen Pizzastein soll ich kaufen? – Pizzasteintest mit Flammkuchen & Co

Die große Frage, die ich mir schon seit langem stelle, ist, welchen Pizzastein soll ich mir kaufen, bzw. welchen Pizzastein nutzt man am Besten im Grill, um die perfekte Pizza zu Hause herstellen zu können. Das Angebot an Pizzasteinen ist inzwischen ja riesig. Die Leute mit einem Weber Kugelgrill schwören bestimmt auf den Weber Pizzastein, aber ist der der Beste für mich? Vesuvo bietet auch Pizzasteine an, ist es evtl. dieser Pizzastein, den ich benötige? Die Frage nach dem besten Pizzastein stellt sich ja außerdem nicht nur für den Grill, sondern auch für den Backofen. Ich bin ja bekanntermaßen ein Fan vom Pizza, Blätterteig und Co vom Grill. Wie man Pizza auf dem Grill zubereitet, erfahrt ihr übrigens ausführlich in dieser Anleitung für Pizza vom Grill.

Ausgangslage

Das Problem kennt jeder, man kommt vom Lieblingsitaliener um die Ecke nach Hause ist völlig hin und weg von der super knusprigen, krossen und leckeren Pizza und möchte das zu Hause auch so hinbekommen. Leider scheitert dieser Versuch oft kläglich, weil der Pizzabäcker im Restaurant einfach andere Voraussetzungen hat. Die Pizzeria backt die Pizza bei einer Ofentemperatur auf einem Stein bzw. Schamottstein mit bis zu 500 Grad.Und das in wenigen Minuten kross und lecker! Das ist auch schon das Geheimnis einer leckeren Pizza, mal unabhängig vom Pizzateig-Rezept, sie wird auf einem Schamottstein gebacken.

Pizzastein und hohe gleichmäßige Hitze

Ein Haushaltsbackofen schafft, wenn es gut läuft 280 Grad Celsius und ist mit einem Backblech aus Stahl ausgestattet. So kann das auch nichts werden. Deshalb sollte man zum Pizzabacken unbedingt einen PizzaSTEIN benutzen. Die Bäcker nennen ihn auch Brotbackstein, das ist im Endeffekt ein und das Selbe.

So ein Pizzateig ist ein recht feuchte Angelegenheit und die austretende Flüssigkeit bleibt im Grunde zwischen Pizzaboden und Backblech hängen, so dass die Pizza im eigenen Saft liegt. Außerdem entzieht die Pizza dem Backblech mit einem Schlag ziemlich viel Energie, die ein herkömmlicher Ofen so schnell nicht nachliefern kann. Der Pizzastein hingegen hat die Fähigkeit genügend Energie zu speichern und darüber hinaus durch die Kapillarwirkung Feuchtigkeit aufzunehmen (und aufgrund der Hitze wieder zu absorbieren), so dass der Pizzaboden schön kross werden kann. Wir haben zwar im Backofen nicht so eine Hohe Hitze, aber beim Einsatz mit einem dicken Stein ist das auch gar nicht zwingend erforderlich, dazu aber später mehr!  Im übrigen – ich grille schließlich alles –  in einem Gasgrill, Kugelgrill, Keramikgrill, etc. kann man jedoch schon mal gut 300 Grad Celsius und mehr erreichen was dem Ergebnis natürlich zuträglich ist. Bei diesen großen Temperaturen >300 Grad, muss der Stein auch gar nicht super dick sein, kann aber ruhig.

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Die Hohe Hitze im Ofen sorgt also dafür, dass der Teig in kürzester Zeit knusprig kross gebacken wird, von innen luftig Leicht bleibt, ohne den Belag oben drauf zu verbrennen.

Pizzastein ein Naturprodukt

Zu Beginn meiner Heim Pizza Experimente, habe ich mir aufgrund der hohen Preise der im Handel angebotenen Pizzasteine aus dem Töpfereibedarf eine zu dünne Töpferscheibe besorgt und als Pizzastein genutzt. Da stellte sich jedoch der gewünschte oben beschriebenen Erfolg noch nicht so recht ein. Die Gründe dafür waren vielfältig.

Ich habe mir dann inzwischen einen Stein mit 30 mm Dicke zugelegt, den man auch problemlos im Backofen nutzen kann, um den oben genannten Effekt der gleichmäßigen Wärmeverteilung bzw. Wärmeabgabe zu erzielen sollte der Stein, wenn er im Backofen genutzt wird, eine gute Dicke haben. Mein Pizzastein hat eine Dicke von 30 mm und ist ein Schamottstein. Im Grunde kann man Pizza auf jeglichem Naturstein backen, ABER die insbesondere aus gesundheitlichen Aspekten gängigsten Pizzasteine sind aus SCHAMOTT und CODIERIT. Codierit hat gegenüber dem Schamottstein die Eigenschaft höherer Lebensdauer, da der Schamottstein sich im Laufe der Zeit zersetzt. Wie  das im Detail abläuft kann ich leider nicht sagen. Ich nutze meine Schamottsteine jetzt seit 3 Jahren und das ohne erkennbaren Schwund.

Merkmale Pizzastein:

  • Feuerfester Stein
  • guter Wärmespeicher
  • gleichmäßige Wärmeabgabe
  • lange Wärmespeicherung
  • leicht zu reinigen
  • Natürlicher Rohstoff

 

Zusammen gefasst, kann man aber folgendes festhalten.

Pizzasteine gibt es ja nun wie Sand am Meer. Letztlich fällt die Entscheidung nicht nur zwischen einen Material aus dem der Stein sein soll, sondern auch zwischen der Form. Je nach dem welchen Grill man benutzt oder ggfs. auch den Backofen, sollte man den für sich passenden Stein heraussuchen.

Wer gleich Nägel mit Köpfen machen will und seinen Kugelgrill zu einem kleinen Pizzaofen umfunktionieren möchte, der sollte sich auch auch mal die Sets von Moesta BBQ ansehen. Damit funktioniert ihr euren Kugelgrill zum Pizzaofen um. Aufgrund der hohen Hitze im Grill >300 Grad, muss der Stein auch nicht ganz so dick sein. Welche weiteren Vorteile das Set hat habe ich mal in Zubehör Artikel für den Kugelgrill zusammengefasst.


 

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Wie benutze ich den Pizzastein

Egal ob im Grill bzw. Kugelgrill oder Backofen, wichtig ist, dass der Stein ordentlich heißt gemacht wird. D.h. den Backofen auf voll Hitze (Ober und Unterhitze) bzw. den Grill auf gute 300/350 Grad vorheizen. Die beiden o.g. Pizzasteine passen übrigens auch wunderbar in einen  57er Kugelgrill! Wichtig ist, dass der Stein im Grill oder Ofen mit aufgeheizt wird. Niemals den Stein in den schon heißen Ofen legen, es könnte sein, dass dieser aufgrund der hohen Temperaturschwankungen reißt. Wer den Stein zum Brotbacken benutzt, sollte sich eine Wasserschale mit in den Grill oder Ofen stellen. Ganz wichtig ist bei Benutzung im Grill, die Hitze nicht direkt unter dem Stein zu haben sondern um den Stein herum. Wie das im Detail gemacht wird, kannst du hier in diesem Beitrag nachlesen: „Wie mache ich Pizza vom Grill“.

 

 Pizzastein aus Schamott in der Praxis

 

Fazit: Du solltest dir unbedingt einen Pizzastein kaufen, wenn du die perfekte Pizza zu Hause selber machen willst. Dabei spielt es keine Rolle ob aus dem Backofen oder (meine bevorzugt Zubereitung) aus dem Grill.

 

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Olly ist Griller und Blogger aus Leidenschaft. Er ist Vize Europameister, Deutscher Amateurgrillmeister, Deutscher Profi Vizegrillmeister, mit seinem Team als erster deutscher Grand Champion bei einer KCBS Meisterschaft geworden und hat erfolgreich an Grillmeisterschaften in Europa und den USA teilgenommen. Hier im Blog möchte er seine Leidenschaft, Tipp & Tricks zum Grillen und Grillrezepte mit dir teilen.

7 Replies to "Welchen Pizzastein soll ich kaufen? - Pizzasteintest mit Flammkuchen & Co"

  • comment-avatar
    Joachim 30. März 2015 (19:54)

    Hallo Oliver,

    was hältst du von einem Stein aus glasiertem Cordierit. Ist der Mehrpreis dafür aus deiner Sicht berechtigt?

    • comment-avatar
      LivingBBQ 31. März 2015 (6:04)

      Hallo Joachim,
      ich hatte selber noch keinen glasierten Stein, denke aber der ist leichter sauber zu halten. Das ist für mich jedoch nicht wichtig, weshalb ich auf den Mehrpreis verzichten würde.
      Gruß
      Olly

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    Pizza-Bäcker 16. Dezember 2015 (21:49)

    Hi,
    danke für den tollen Beitrag, ich selbst hab die letzte Zeit öfters mal mit einem Pizzastein gearbeitet und muss ehrlich sagen, wenn man keinen Steinofen zur Hand hat, ist der Pizzastein die perfekte Alternative für leckere und knusprige Pizza!

  • comment-avatar
    Marlin 11. Mai 2016 (10:58)

    Guten Tag,

    vorab vielen Dank für den guten Artikel! Pizza ist einfach ein Stück italienische Kultur. Der knusprige Boden, der geschmolzene Käse, die herzhaft italienische Wurst harmonieren hervorragend und mit jedem Biss hat man das Gefühl in Italien zu sein, dazu ein guter kraftvoller Barolo aus dem Piemont und die geschmackliche Komposition ist perfekt. Das verspüre ich zumindest! Und natürlich würde man das gerne auch zu Hause haben, und nicht nur im Urlaub oder beim Lieblingsitaliener…
    Und Pizzasteine sind eine wirklich tolle Möglichkeit zu Hause Pizza zu machen! Ich habe mir auch einen Pizzastein für Grill zugelegt, und mache seitdem regelmäßig Pizza für die Familie aber auch für Freunde. Eine tolle Angelegenheit, mit Freunden Pizza zu essen; erinnert doch sehr stark an das italienische Lebensgefühl.
    Sehr gut finde ich die Tipps zur Benutzung von Pizzasteinen. Ich finde es auch wichtig, den Pizzastein ordentich vorzuheizen. Aber man macht schon seine Erfahrung, und irgendwann hat man den Dreh raus. Und gefühlt werden die Pizzen immer besser…!

    Vielen Dank!

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    PizzaFreeeak 31. Mai 2016 (20:23)

    Wirklich toller Artikel! Ich habe anfangs auch einen sehr dünnen Stein verwendet (2cm) und damit zwar ganz gute Ergebnisse erzielt, aber die sind nichts im Vergleich zu meinem 5cm dicken Stein! Der Speichert die Hitze noch um einiges Länger und gibt sie auch besser ab, die Backzeit hat sich auch gut 3 Minuten verkürzt und ich kann problemlos mehrere Pizzen hintereinander backen (besonders auf Partys sehr nützlich 😉 ).
    Gut solch ein Stein ist ein ganzes Stück schwerer, klobiger und auch teurer, meiner Meinung nach aber auf jeden Fall die Anschaffung wert gewesen!

    Ich weiß noch früher, als ich dachte die etwas teurere Tiefkühlpizza sei bereits „super lecker“…zwischen einer Pizza aus der Truhe und einer selbst gemachten liegen WELTEN! Leute holt euch einen Pizzastein! 🙂

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    Tom 10. Juni 2016 (12:12)

    Sehr gut verfasster Artikel! Bin selbst BBQ Verrückter und suche immer wieder nach neuen Ideen! Ein Pizzastein ist wirklich ein „must have“ und ein ganz spezieller Gaumenschmaus. Denn so eine knusprige Pizza vom Grill kenne ich sonst nur vom Italienischen Restraurant an der Ecke!
    Hoffe es noch mehr interessante Artikel 🙂
    Beste Grüsse
    Tom

  • comment-avatar
    Pizzajunkie 11. November 2016 (0:30)

    Ein wirklich sehr schön verfasster Artikel. Vielen Dank für die Menge an Information 🙂
    Freue mich als Pizzaliebhaber auf mehr Information von euch 🙂

    Gruß Daniel

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