Dinnete vom Grill (Pizzastein) – der schwäbische Flammkuchen

Das erste Mal bin ich Dinnete (oder wie ich es gesehen hatte „Dinnede“) auf einem Weihnachtsmarkt in unserer Nähe begegnet. Das Zeug war super lecker und wir waren sofort begeistert.  Dinnete kommen aus dem Schwäbischen und werden häufig je nach Region auch Dennete, Deie, Dinnede, Dinne, Dünne, Dünnele oder Dinnele genannt. Der Teig bzw. das Dinnete hat Ähnlichkeit mit dem Elsässer Flammkuchen, ist jedoch mit einem dickeren Teig ausgestattet, der eher an Pizzateig erinnert, mit einem luftigen Rand. Klassisch belegt werden Dinnete oder Dinnede Speck und Zwiebeln oder mit Kartoffeln und Käse. Als Grundlage dient Saure Sahne.

Dinnete ist wohl früher entstanden, als die Bauersfrauen Backtag hatten und Brot gebacken haben. Das waren immer sehr große Mengen und hat einige Zeit in Anspruch genommen. Weil man dann aber wohl keine Zeit hatte noch etwas zu kochen, hat man etwas von dem Brotteig genommen, diesen flach ausgerollt und mit dem belegt was da war.

Die beiden Dinnete Backhäuschen die ich gesehen habe, haben deshalb auch gleich ein ganzes Brot aus dem Teig verkauft. Wie dem auch sei, fast in Vergessenheit geraten, bin ich in diesem Jahr wieder dem Dinnete über den Weg gelaufen und dann habe ich mir mal vorgenommen, das auf dem Grill nachzubauen. Mein heutiges Dinnete kommt mit folgenden Zutaten aus:

Zutaten

  • 200g Mehl Type 550
  • 50g Dinkelmehl Type 1050
  • 175g Wasser
  • 3g Salz
  • 5g Hefe (trocken)

Für den Belag werden folgende Zutaten benötigt:

  • 100g Saure Sahne
  • Schinken in Würfeln
  • 1 Prise Salz
  • 1-2 Zwiebeln
  • 2 Kartoffel etwas vorgegahrt
  • geriebenen Parmesan

Zubereitung

  1. Zunächst einmal den Teig vorbereiten. Hierzu die Hefe und Salz zunächst im Wasser auflösen und anschließend mit den restlichen Zutaten in der Küchenmaschine gute 10 Min. vermengen. Anschließend einen Kugel formen und abgedeckt für ca. 60 Min. an einem warmen Ort gehen lassen.
  2. In der Zwischenzeit kann man schon mal die Zwiebel in Ringe schneiden, den Parmesan (Menge nach Belieben) reiben und die Kartoffeln leicht vorgaren. Den Schinken in Würfel schneiden. Die saure Sahne mit etwas Salz verfeinern.
  3. Wenn die Zeit für den Teig herum ist, den Grill auf ca. 250 Grad mit dem Pizzastein oder Brotbackstein (ohne geht es nicht so gut und warum lest ihr hier!) vorheizen.
  4. Den Teig in zwei Hälften teilen und zunächst eine Kugel formen die weitere 10 Min. gehen gelassen wird.
  5. Anschließend den Teig zu einem Schiffchen ausformen. Am besten nur mit der Hand, damit die Spannung im Teig bleibt und dieser am Rand schön aufgehen kann.
  6. Jetzt geht´s los, wir belegen den Teig. Zunächst mit der sauren Sahne den Teig bis auf einen schmalen Rand bestreichen. Anschließend die in Würfel geschnittenen Kartoffeln, den Speck und die Zwiebeln auf dem auf dem Teig verteilen.
  7. Für ca. 12 ab damit in den vorgeheizten Grill. Nach ca. 6 Min. mit der Pizzaschaufel oder einem Pfannenwender mal etwas drehen und die Postion verändern, damit der Teig von unten nicht verbrennt. Wenn der Rand goldbraun und knusprig ist, kann das Dinnete aus dem Grill. Bei mir war das nach ca. 12 Min. der Fall. Kurz etwas abkühlen lassen und dann servieren. Achtung wird ziemlich heiß sein!!!
Dinnete ofenfertig dinnete_Dinnete Dinnete belegt ofenfertig

Dinnete bereit für den Ofen

Fazit:

Hey, die Schwaben haben es drauf, sau lecker, super einfach und schnell gemacht. Belegt werden kann wie oben beschrieben nach herzenslust! Viel Spaß beim Nachbau und lasst mich mal wissen wie ihr es fandet… 😉

author-avatar

Olly ist Griller und Blogger aus Leidenschaft. Er ist Vize Europameister, Deutscher Amateurgrillmeister, Deutscher Profi Vizegrillmeister, mit seinem Team als erster deutscher Grand Champion bei einer KCBS Meisterschaft geworden und hat erfolgreich an Grillmeisterschaften in Europa und den USA teilgenommen. Hier im Blog möchte er seine Leidenschaft, Tipp & Tricks zum Grillen und Grillrezepte mit dir teilen.

3 Replies to "Dinnete vom Grill (Pizzastein) - der schwäbische Flammkuchen"

  • comment-avatar
    Grillflaovur 8. Dezember 2014 (21:13)

    Da geb ich dir Recht, dass es die Schwaben drauf haben 🙂 Sieht sau lecker aus!

    Grüße Adi

    • comment-avatar
      LivingBBQ 8. Dezember 2014 (21:17)

      😉 Was sollst du auch anderes sagen… :-p

  • comment-avatar
    Jürgen 8. Dezember 2014 (22:35)

    Cooles Rezept, das werde ich mal testen, danke!

Leave a reply

Your email address will not be published.