Pelletgrill – Vorteile und Nachteile eines Pellet Smoker

Pelletgrills sind nach meinem Dafürhalten weiter stark auf Vormarsch. Was vor einigen Jahren zaghaft aus den USA hier begann, hat inzwischen schon mehr an Popularität gewonnen, wenn gleich da sicherlich auch noch Luft nach oben ist, wie mir scheint, da die Diskussionen in der breiten Masse häufig noch im Bereich der Holzkohle Grills und Gasgrills geführt wird. An den angebotenen Pelletgrills liegt es jedenfalls nicht, da ist für jeden Geldbeutel inzwischen etwas dabei.

Aber wie funktioniert ein Pelletgrill überhaupt und kann ich damit alles das Grillen, was ich auf meinem Gasgrill oder Holzkohle Grill sonst auch grille? Welche Vorteile und welche Nachteile hat ein Pelletgrill? Wie hoch sind die Anschaffungskosten und die laufenden Kosten? Diesen Fragen möchte ich in diesem Beitrag mal auf den Grund gehen. Ich habe selber schon vor einigen Jahren auf Pelletgrills zweier unterschiedlicher Hersteller auf Grillmeisterschaften gegrillt und durfte die Vorzüge genießen. Das waren zu Beginn ein GMG Pellet Smoker und anschließend ein Memphis, heute Memphis Roesle. Seit kurzem habe ich selber den Traeger Pro Series 22 hier bei LivingBBQ.de im Einsatz und bin gerade dabei diesen zu testen.

Traeger Pro Series 22 Pellet Grill. pelletgrill_Traeger Pro Series 22 Pellet Grill

Wie funktioniert ein Pelletgrill?

Das Funktionsprinzip eines Pelletgrills ist vereinfacht dargestellt schnell erklärt. Zunächst einmal ist für den Betrieb eines Pelletgrills Strom notwendig. Dieser versorgt den Pelletgrill bzw. die darin enthaltene Regelungseinheit. In einem Behälter werden die Grill Pellets  speziell zum Grillen hergestellte reine Holzpeletts – , welche aus gepresster Sägespäne zu kleinen Sticks verarbeitet werden, eingefüllt. Von dort gelangen die Holzpellets über eine Förderschnecke in den Brennraum oder Brennertopf des Smokers und werden verbrannt. Dadurch entsteht Hitze und Rauch. Beides verteilt sich im Garraum und gart so dein Grillgut indirekt. Indirekt deshalb, weil zwischen dem Brenner und dem Grillrost in der Regel noch ein Hitzeschutzblech und eine Fettablaufwanne liegt, so das keine direkte Hitze an das Grillgut gelangt. Es geht hier also nur um Konvektionshitze und Strahlungswärme, so wie in einem Umluftbackofen.

Pellet Grill pelletgrill_Funktionsprinzip Pelletsmoker 2

Funktionsprinzip am Beispiel des Traeger

Der Rauch zieht übrigens dann durch den Schornstein am Pelletgrill ab. Zu beginn, also beim Einschalten des Pelletgrill sieht man zumeist deutliche Rauchschwaden nach der ersten Verbrennung der Grill Pellets. Im Betrieb dann ist aber kaum mehr rauch zu sehen. Der Pelletgrill verbrennt die Pellets sehr gleichmäßig und konstant, so dass wenig sichtbarer Rauch entsteht und das Grillgut ein dezentes Raucharoma erhält. Dafür bekommt man den beim BBQ so beliebten Rauchring (roter Ring kurz unter der Oberfläche des Fleisches) in Perfektion hin. Das ist immer ein Hingucker. Durch eine entsprechende Steuerungseinheit lassen sich verschiedene Temperaturen von 75 Grad bis zu (je nach Modell) 400 Grad einstellen. Grundsätzlich gart man sein Grillgut in einem Pelletsmoker  wie erwähnt, indirekt. Wenn man jedoch einen Pelletsmoker hat, der o.g. 400 Grad schafft, kann man nach kleinem Umbau damit auch direkt grillen. Zu den Grill Pellets sei noch gesagt, dass diese sich von den Holzpellets die für die Pelletheizungen verwendet werden unterscheiden. Die Pellets für die Heizungen werden aus Holzapfällen jeglicher Art hergestellt. Bei den Grill Pellets handelt es sich um sortenreine Pellets die keinerlei Schadstoffe, Abfälle, etc. beinhalten und somit zum Grillen geeignet sind. Die Grillpellets gibt es inzwischen in zahlreichen Arten für unterschiedliche Aromen. Da wären neben, Obsthölzern wie Kirsche, Apfel, Pfirsich auch die intensiveren Räucheraromen wie Mesquite, Hickory, Eiche, usw. zu nennen. Im Hinblick auf die Verbrennung der Pellets ist noch zu sagen, dass diese nahezu rückstandslos verbrennen. Es bleibt minimale Asche übrig, die man von Zeit zu Zeit mal aussaugen muss, das ist quasi nicht der Rede Wert.

Grill Pellets Traeger Pellet Grill pelletgrill_Traeger Pellets Pellet Grill

Grill Pellets von Traeger

Was kann ich auf einem Pelletgrill alles zubereiten

Aufgrund der großen Temperaturspanne ist ein Pelletgrill je nach Modell und Ausführung eine eierlegende Wolchmilchsau. Ein Alleskönner sozusagen. Vom Heißräuchern über die klassischen BBQ Temperaturen (Low & Slow) über das Grillen bis hin zu Steak und Backen von Kuchen oder Pizza ist alles möglich. Und das Ganze lässt sich dabei so einach steuern wie bei einem Gasgrill. Einschalten, aufheizen und loslegen. Es gibt im Grunde nichts, was du auf einem Pelletgrill nicht zubereiten kannst. Steak und Pizza werden optimal natürlich bei möglichst hoher Temperatur, so dass das von den Möglichkeiten deines Pelletgrills abhängt. In jedem Fall bekommt dein Grillgut aufgrund des gleichmäßigen und dezenten Rauches ein schönes Aroma, welches sich noch über die Wahl der Holzsorte steuern lässt.

Brisket
Ribs
Dessert

Was kostet ein Pelletgrill in der Anschaffung?

Wie immer im Leben ist der Preis für manche Dinge relativ. So ist das beim Grillen und speziell beim Grillen und Barbeque´n mit einem Pelletgrill auch. Ich habe in einem anderen Artikel zu den Vor- und Nachteilen eines Gasgrills ja schon mal gesagt, das Technik die verbaut wird immer Geld kostet. Das ist bei den Pelletgrills nicht anders. Hier gibt es schon

Einsteiger Modelle ab ca. 600 Euro

Mittleres Preissegment ab ca. 1.000,- Euro 

High End Klasse in puncto Verarbeitung und Preis

Hier reicht der Preis dann schnell  in Richtung 3.000,- € und mehr. Dafür bekommt man hier Geräte der absoluten Spitzenklasse. Grillson selber sagt, dass es sich bei einem Grillson nicht um einen „Konsumartikel, sondern um eine Investition“ handelt. Wer also schon alles hat und auf echtes Männerspielzeug steht, ist hier genau richtig! Dafür kann man den Grill dann auch komplett vom Handy aus Steuern und er bringt viele Features mit. Ob du das möchtest, bleibt dir überlassen!

Was kostet ein Pelletgrill im Betrieb?

Natürlich ist auch der Betrieb eines Pellets Grills mit Kosten verbunden. Hier sind als Faktoren die folgenden zwei Punkte zu nennen:

  • Strom
  • Pellets

Der Stromverbrauch hängt in erste Linie von der Belastung der Reglungstechnik ab. Beim Start eines Pelletgrills wird zunächst etwas mehr Energie verbraucht. Wenn der Pelletgrill aber einmal eingeregelt ist und läuft, wird der Verbrauch nicht mehr so hoch sein. Insgesamt bin ich der Meinung, wer sich ein Gerät für 1000,-  und mehr zulegt, dem wird der Verbrauch weitestgehend egal sein. 😉

Wenn man z.B. bei Amazon mal guckt, da bietet jeder Hersteller von Pelletgrills seine eigenen Pellets – die natürlich ausschließlich verwendet werden sollen – gleich mit an. Wichtig ist, dass hier nur reine Holzpeletts verwendet werden und keine Pellets aus Abfällen die zum Heizen benutzt werden.  Bei Traeger z.B. kostet ein 9kg Sack, 18,- €. Das ist im Schnitt auch der Preis den die anderen Hersteller veranschlagen. Mit diesen 9 kg kommt man schon durch mehrer Grillzyklen, es sei denn es geht um die sogenannten Long Jobs wie Pulled Pork oder Brisket, dafür werden natürlich mehr Pellets benötigt. 500-600g Pellets pro Stunde muss man ungefähr kalkulieren. Das ist aber sicherlich Modell abhängig. Beim o.g. Traeger ist das jedenfalls so.

Traeger Pellet Grill Pelletschacht pelletgrill_Pellet Schacht Tr  ger Pellet Grill

Vorteile des Pelletgrills

Fassen wir kurz zusammen, was sich aus dem bisher erwähnten Punkten für Vorteile ergeben.

  • Sehr einfache Bedienung
  • Saubere Handhabung
  • kurze Aufheizzeit
  • konstante gleichmäßige Hitze und dezentes Raucharoma
  • Nutzung der ganzen Grillfäche im indirekten Betrieb
  • vielseitige Zubereitungsmöglichkeiten
  • leichte Reinigung
  • völlig ungefährlich im Gegesatz zu Gas (ich sehe das Problem nicht, aber so wird argumentiert)

Nachteile des Pelletgrills

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Natürlich hat so ein Pelletgrill auch ein paar „Nachteile“, wenn  man sie so bezeichnen möchte. Das ist mitunter ja auch sehr subjektiv.

  • Benötigt immer einen Stromanschluss um die Reglungstechnik zu versorgen.
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Bei manchen Modellen ist nur indirekte Hitze möglich.
  • Grundsätzlich ist Technik auch anfällig für technische Fehler
  • Für manche zu langweilig, deshalb auch „Altherren Smoker“ genannt.

Fazit:

Die oben aufgeführten Nachteile sind für mich defintiv keine Nachteile, bzw. die Vorteile überwiegen einfach. Für mich spricht absolut nichts  gegen einen Pelletsmoker, die Teile sind wirklich großartig und kinderleicht zu bedienen. Wenn du nicht das große „ich habe Feuer gemacht“ Gefühl benötigst, solltest du dich mal mit einem Pelletsmoker bzw. Pelletgrill beschäftigen! Eine sehr entspannte Art dein Fleisch und andere Dinge zuzubereiten.

Du interessierst dich für solche Themen zum Thema Grillen? Dann schau doch mal nach den anderen Artikeln in der Rubrik „Tipps, Tricks und Anleitungen zum Grillen„.

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Olly ist Griller und Blogger aus Leidenschaft. Er ist Vize Europameister, Deutscher Amateurgrillmeister, Deutscher Profi Vizegrillmeister, mit seinem Team als erster deutscher Grand Champion bei einer KCBS Meisterschaft geworden und hat erfolgreich an Grillmeisterschaften in Europa und den USA teilgenommen. Hier im Blog möchte er seine Leidenschaft, Tipp & Tricks zum Grillen und Grillrezepte mit dir teilen.

6 Replies to "Pelletgrill - Vorteile und Nachteile eines Pellet Smoker"

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    Christian 26. Mai 2016 (19:35)

    Ich habe den Traeger Pro 22 und den Bob Grillson. Es sind zwei sehr unterschiedliche Typen von Grill. Der Grillson funktioniert auch nach einem völlig anderen Prinzip. Hier werden die Pellets durch Schwerkraft auf ein Glutbettgeführt und dem Druckluft vorbeistreicht, dies führt zur Freisetzung von Holzgas, dass in einem Feuerstrahl entflammt wird. Dadurch arbeitet der Grillson auch in einem ganz anderen Temperaturspektrum. Das feine dabei ist, das er das Smoken genauso gut schafft wie der Traeger, man muss allerdings auch sehr viel
    tiefer in die Tasche greifen. Dafür ist der Grill derart Massiv gebaut, dass man ihn ewig haben kann. Die Technik bleibt Modular ersetzbar.

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    Olly 26. Mai 2016 (21:44)

    Hey,
    wow, du hast beide, dass ist mal richtig cool! Danke für deinen Kommentar, der Bob Grillson ist schon ein cooles Gerät, aber hat wie gesagt auch seinen Preis.
    Weiterhin viel Spaß hier!
    Gruß
    Olly

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    Steffen 18. Juni 2016 (16:46)

    Hi, was haltet ihr denn von den Bradley Digital smokern? Zum reinen räuchern , wie zB ribs, pulled Pork oder brisket und als Ergänzung zu einem richtigen Grill. Habt ihr da auch Erfahrungen? Sieht nicht schön aus, so ein Bradley smoker, aber recht verbreitet in US und es klingt sehr praktisch. Freue mich auf Feedback

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      Olly 19. Juni 2016 (11:28)

      Hi Steffen,
      mit dem Bradley habe ich in der Praxis keine Erfahrung aber es gibt wohl einige Einschränkungen bei dem Gerät. Er kann max 160 Grad, die Steuerung kann nur auf max 9,5h eingestellt werden und er benötigt ziemlich lange zum Aufheizen. Mehr kann ich dir dazu nicht sagen.

      Gruß
      Olly

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    Oli 16. September 2016 (0:11)

    Hallo Olly.
    Ich habe momentan einen Louisiana Pellet Smoker. Der ist bereits seit rund 7 Jahren im Einsatz und gibt langsam seinen Geist auf.
    Welchen Pelletgrill würdest Du denn empfehlen, wenn Geld keine Rolle spielt? Wahrscheinlich schon den Grillson, oder?
    lg Oli

    • comment-avatar
      Olly 16. September 2016 (0:32)

      Hi,
      Gute Frage, Grillson ist sehr stylisch. Memphis ist auch gut. Traeger bringt nächstes Jahr auch ein interessantes model mit app Steuerung.

      Gruß
      Olly

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